Begriffe und Definitionen
Die amtliche Bautätigkeitsstatistik beruht auf Meldungen der unteren Bauaufsichtsbehörden. Genehmigte Wohnungen sind zum Bau freigegebene Vorhaben, fertiggestellte Wohnungen sind als fertig gemeldete Vorhaben. „Wohnungen insgesamt“ umfasst Wohnungen in neuen Wohn- und Nichtwohngebäuden sowie Wohnungen, die durch Umbau bestehender Gebäude entstehen. Der Bauüberhang umfasst genehmigte, aber am Jahresende noch nicht fertiggestellte Wohnungen. Im Durchschnitt vergingen bei den 2025 fertiggestellten Neubauwohnungen in Wohngebäuden 27 Monate von der Genehmigung bis zur Fertigstellung. [1]
Als überbelastet gilt, wer in einem Haushalt lebt, der mehr als 40 % seines verfügbaren Einkommens für Wohnen ausgibt. Zu den Wohnkosten zählen bei Mietern die Mietzahlungen, bei Eigentümern die Grundsteuer und die Hypothekenzinsen, außerdem Nebenkosten (Wasser, Strom, Gas, Heizung), Instandhaltung und Versicherungen. Einbezogen sind Miet- und Eigentümerhaushalte. [12]
Eine öffentlich geförderte Mietwohnung mit Miet- und Belegungsbindung: Die Miete ist begrenzt, und einziehen dürfen nur Haushalte unterhalb bestimmter Einkommensgrenzen. Die Bindung ist befristet. Danach kann die Wohnung frei am Markt vermietet werden. Für den Wohnungsbau sind die Länder zuständig; der Bund beteiligt sich mit Finanzhilfen. [16]
Bautätigkeit: Bis 2011 wurden „sonstige Wohneinheiten“ (z. B. in Wohnheimen) nicht als Wohnungen gezählt, ab 2012 schon. Die Werte vor und nach 2012 sind daher nur eingeschränkt vergleichbar. [5] Wohnkosten: Seit 2020 ist die Erhebung EU-SILC Teil des Mikrozensus, ein Vergleich mit den Jahren davor ist nicht möglich. 2023 wurde die Frage nach den Wohnkosten für Eigentümerhaushalte geändert, was einen weiteren Bruch in der Zeitreihe verursacht. [11] Mieter- bzw. Eigentümerquote: EU-SILC zählt Personen (52,8 % leben zur Miete), das Mikrozensus-Zusatzprogramm Wohnen zählt Haushalte (2022: knapp 42 % Eigentümerhaushalte). Deshalb weichen die Werte voneinander ab. [13] [14]
Wohnungsbau: Genehmigungen und Fertigstellungen
Nach der Wiedervereinigung wurden 1995 rund 602.800 Wohnungen fertiggestellt. Der Tiefpunkt lag 2009 bei rund 159.000. Bis 2020 stieg die Zahl auf 306.400. Seit 1950 wurden im Durchschnitt jährlich 405.000 Wohnungen fertiggestellt. Die damalige Bundesregierung verfolgte laut Destatis (Stand 06/2023) das Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr. [6] Seit 2022 ging die Zahl der Genehmigungen zurück, seit 2024 auch die der Fertigstellungen. 2025 wurden 206.586 Wohnungen fertiggestellt, so wenige wie zuletzt 2012. Die Zahl der Genehmigungen stieg 2025 erstmals seit 2021 wieder. [1] [2] [3] [4]
Genehmigte und fertiggestellte Wohnungen in Deutschland, 1991–2025 (Anzahl)
| Merkmal | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
|---|---|---|---|---|---|
| Genehmigte Wohnungen insgesamt | 380.736 | 354.162 | 259.639 | 215.289 | 238.063 |
| darunter in neuen Gebäuden | 336.432 | 310.797 | 219.119 | 175.950 | 197.732 |
| Fertiggestellte Wohnungen insgesamt | 293.393 | 295.275 | 294.399 | 251.937 | 206.586 |
| darunter in neuen Gebäuden | 261.669 | 263.588 | 262.859 | 220.666 | 175.867 |
| Quelle: Destatis, Tabellen „Baugenehmigungen im Hochbau“ und „Baufertigstellungen im Hochbau“, abgerufen 09/2026 [2] [3]. Die Pressemitteilung vom 18.02.2026 nannte für 2025 vorläufig 238.500 genehmigte Wohnungen (+10,8 %). [4] | |||||
| Gebäudeart | Wohnungen 2025 | Veränderung ggü. 2024 |
|---|---|---|
| Einfamilienhäuser | 41.800 | −23,3 % |
| Zweifamilienhäuser | 13.800 | −21,4 % |
| Mehrfamilienhäuser | 109.800 | −18,9 % |
| Wohnheime | 7.200 | −15,1 % |
| Quelle: Destatis, Pressemitteilung Nr. 174 vom 22.05.2026 (gerundete Werte) [1] | ||
Immobilienpreise und Baupreise
Die Preise für Wohnimmobilien (Häuserpreisindex) stiegen 2021 um 11,7 % und 2022 um 6,0 %. 2023 sanken sie um 8,5 % und 2024 um 1,5 %. 2025 lagen sie um 3,2 % über dem Vorjahr. [7] Im 2. Quartal 2026 waren Wohnimmobilien 0,6 % teurer als ein Jahr zuvor. [8] Die Baupreise für neue Wohngebäude stiegen von Februar 2021 bis Mai 2026 von 95,0 auf 140,3 Indexpunkte (2021 = 100). Den stärksten Anstieg gegenüber dem Vorjahresquartal gab es im Mai 2022 mit +17,4 %. [9]
Häuserpreisindex, Quartale 2021–2026 (Index, 2025 = 100)
Baupreisindex für neue Wohngebäude, 2021–2026 (Index, 2021 = 100)
| Index | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
|---|---|---|---|---|---|
| Häuserpreisindex insgesamt | +11,7 | +6,0 | −8,5 | −1,5 | +3,2 |
| neu erstellte Wohnimmobilien | +7,4 | +6,1 | −2,5 | +0,5 | +3,0 |
| bestehende Wohnimmobilien | +12,3 | +6,0 | −9,3 | −2,0 | +3,2 |
| Quelle: Destatis, Preisindizes für Wohnimmobilien (Jahresdurchschnitte), Stand 24.09.2026 [7]. Nettokaltmieten (Verbraucherpreisindex) 2025: +2,1 % [10] | |||||
Wohnkosten und Wohnverhältnisse
2025 gab die Bevölkerung im Durchschnitt 24,1 % ihres verfügbaren Haushaltseinkommens für Wohnen aus, armutsgefährdete Menschen 43,7 %. 11,2 % der Bevölkerung lebten in Haushalten, die durch Wohnkosten überbelastet sind. [11] Der EU-Durchschnitt lag bei 7,7 %. [12] Mit 52,8 % lebte in Deutschland ein größerer Teil der Bevölkerung zur Miete als in jedem anderen EU-Staat. Zum Vergleich: Frankreich 38,6 %, Spanien 26,4 %, Polen 12,8 %. [13] Auf Haushaltsebene waren 2022 knapp 42 % der rund 39,3 Mio. Haushalte Eigentümerhaushalte (2006: 41 %). [14]
Anteil der Bevölkerung mit Wohnkostenüberbelastung, 2020–2025 (%)
| Merkmal | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Wohnkostenanteil am verfügbaren Einkommen, Bevölkerung insgesamt | 21,5 | 23,4 | 24,5 | 25,2 | 24,5 | 24,1 |
| Wohnkostenanteil, armutsgefährdete Bevölkerung | 42,7 | 43,8 | 43,7 | 45,8 | 43,8 | 43,7 |
| Überbelastungsquote, Bevölkerung insgesamt | 9,0 | 11,0 | 11,9 | 13,0 | 12,0 | 11,2 |
| Überbelastungsquote, armutsgefährdete Bevölkerung | 39,4 | 41,7 | 41,3 | 43,2 | 37,5 | 35,0 |
| Quelle: Destatis, Tabelle „Wohnkostenanteil und Wohnkostenüberbelastung“, Stand 2026 [11] | ||||||
Sozialer Wohnungsbau
Nach Angaben der Länder ging der Bestand an Sozialmietwohnungen von 1.455.813 (Ende 2014) auf 1.072.266 (Ende 2023) zurück. 2023 war der Rückgang mit gut 14.000 Wohnungen der geringste seit Beginn der Daten 2006. [15] Von 2021 bis 2025 fielen 243.261 Mietwohnungen aus der Bindung. Weil im selben Zeitraum 146.506 Mietwohnungen neu gebunden wurden, sank der Bestand nur um 96.755 Wohnungen. Die Bundesregierung rechnet „grob“ damit, dass in den nächsten Jahren jährlich rund 55.000 Sozialmietwohnungen aus der Bindung fallen könnten. [16]
Bestand an Sozialmietwohnungen in Deutschland, 2014–2023 (jeweils 31.12.)
| Merkmal | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Geförderte Neubau-Mietwohnungen | 23.069 | 21.582 | 22.602 | 23.115 | 26.796 | 27.283 |
| Geförderte Wohneinheiten insgesamt (inkl. Modernisierung, Eigentum, Wohnheimplätze) | – | 44.880 | 41.066 | 49.591 | 61.562 | 56.331 |
| Quelle: Antwort der Bundesregierung, BT-Drucksache 21/7212 vom 17.07.2026, Angaben der Länder, Stand 21.05.2026 [16]. Die veranschlagten Gesamtkosten einer geförderten Neubau-Mietwohnung lagen 2025 im Bundesdurchschnitt bei rund 322.000 € (bei rund 66 m²). | ||||||
Quellen
- 18,0 % weniger fertiggestellte Wohnungen im Jahr 2025. Pressemitteilung Nr. 174 vom 22. Mai 2026. Statistisches Bundesamt (Destatis). https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/05/PD26_174_31121.html Abgerufen am 26.09.2026
- Baufertigstellungen im Hochbau Deutschland (Tabelle, Jahresdaten 2021–2025). Statistisches Bundesamt (Destatis). https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Bauen/Tabellen/baufertigstellungen.html Abgerufen am 26.09.2026
- Baugenehmigungen im Hochbau Deutschland (Tabelle, Jahresdaten 2021–2025). Statistisches Bundesamt (Destatis). https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Bauen/Tabellen/baugenehmigungen.html Abgerufen am 26.09.2026
- 10,8 % mehr Baugenehmigungen für Wohnungen im Jahr 2025. Pressemitteilung Nr. 052 vom 18. Februar 2026. Statistisches Bundesamt (Destatis). https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/02/PD26_052_3111.html Abgerufen am 26.09.2026
- Bauen und Wohnen. Baugenehmigungen / Baufertigstellungen u. a. nach Gebäudeart – Lange Reihen z. T. ab 1960 (Tabellen 1 und 4), erschienen am 25.07.2022, korrigiert am 16.11.2022. Statistisches Bundesamt (Destatis). https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Bauen/Publikationen/Downloads-Bautaetigkeit/baugenehmigungen-gebaeudeart-pdf-5311102.pdf?__blob=publicationFile Abgerufen am 26.09.2026
- Seit 1950 wurden in der Bundesrepublik Deutschland durchschnittlich 405 000 neue Wohnungen pro Jahr fertiggestellt. Pressemitteilung Nr. N041 vom 29. Juni 2023. Statistisches Bundesamt (Destatis). https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/06/PD23_N041_31.html Abgerufen am 26.09.2026
- Preisindizes für Wohnimmobilien: Indizes und Veränderungsraten (Häuserpreisindex, 2025 = 100). Statistisches Bundesamt (Destatis). https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Preise/Baupreise-Immobilienpreisindex/Tabellen/Haeuserpreise-Bauland.html Abgerufen am 26.09.2026
- Preise für Wohnimmobilien im 2. Quartal 2026: +0,6 % zum Vorjahresquartal. Pressemitteilung Nr. 336 vom 24. September 2026. Statistisches Bundesamt (Destatis). https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/09/PD26_336_61262.html Abgerufen am 26.09.2026
- Preisindizes für Bauwerke, Wohngebäude und Nichtwohngebäude (Baupreisindizes, 2021 = 100). Statistisches Bundesamt (Destatis). https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Konjunkturindikatoren/Preise/bpr110.html Abgerufen am 26.09.2026
- Inflationsrate im Jahr 2025 bei +2,2 %. Pressemitteilung Nr. 019 vom 16. Januar 2026 (korrigierte Fassung). Statistisches Bundesamt (Destatis). https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/01/PD26_019_611.html Abgerufen am 26.09.2026
- Wohnkostenanteil und Wohnkostenüberbelastung (EU-SILC, Mikrozensus-Unterstichprobe). Statistisches Bundesamt (Destatis). https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Wohnen/Tabellen/eurostat-anteil-ueberbelastung-wohnkosten-mz-silc.html Abgerufen am 26.09.2026
- EU-Vergleich: Überbelastung durch Wohnkosten – 11,2 % der Bevölkerung in Deutschland betroffen (15.05.2026, Datenquelle Eurostat). Statistisches Bundesamt (Destatis). https://www.destatis.de/Europa/DE/Thema/Bevoelkerung-Arbeit-Soziales/Soziales-Lebensbedingungen/Wohnkosten.html Abgerufen am 26.09.2026
- EU-Vergleich: Deutschland ist Mieterland Nr. 1 in der EU (30.04.2026, Datenquelle Eurostat). Statistisches Bundesamt (Destatis). https://www.destatis.de/Europa/DE/Thema/Bevoelkerung-Arbeit-Soziales/Soziales-Lebensbedingungen/Mieteranteil.html Abgerufen am 26.09.2026
- Wohnsituation privater Haushalte 2022 in Deutschland (Mikrozensus-Zusatzprogramm Wohnen). Statistisches Bundesamt (Destatis). https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Wohnen/ergebnisse_zusatzprogramm.html Abgerufen am 26.09.2026
- Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Gruppe Die Linke, Drucksache 20/14409 vom 20.12.2024 (Frage 1: Gesamtbestand an Sozialmietwohnungen 2014–2023). Deutscher Bundestag. https://dserver.bundestag.de/btd/20/144/2014409.pdf Abgerufen am 26.09.2026
- Antwort der Bundesregierung „Sozialer und gemeinnütziger Wohnungsbau“, Drucksache 21/7212 vom 17.07.2026. Deutscher Bundestag. https://dserver.bundestag.de/btd/21/072/2107212.pdf Abgerufen am 26.09.2026