Inhalt: Begriffe und Fallstricke · Beschäftigte · Beschäftigungsquoten · Aufenthaltsdauer · Geschlecht · Anforderungsniveau · Branchen · Löhne · Arbeitslosigkeit · Bürgergeld · Ukraine und Job-Turbo · Erwerbsmigration · Anerkennung · Sprachkurse · Regionen · Einwanderungsgeschichte · EU-Vergleich · Quellen
Begriffe und Fallstricke
Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) unterscheidet nur nach Staatsangehörigkeit. Eingebürgerte zählen dort als Deutsche; Zugewanderte und ihre Kinder sind daher nicht vollständig erfasst. Der Mikrozensus von Destatis erfasst dagegen die Einwanderungsgeschichte: Sie liegt vor, wenn eine Person selbst oder beide Elternteile seit 1950 eingewandert sind. Diese Definition ist enger als der frühere „Migrationshintergrund“ [8]. Eurostat unterscheidet wieder nach Staatsangehörigkeit [13]. Zahlen aus den drei Quellen sind deshalb nicht direkt vergleichbar.
Die Beschäftigungsquote gibt an, welcher Anteil der Bevölkerung von 15 bis unter 65 Jahren sozialversicherungspflichtig oder ausschließlich geringfügig beschäftigt ist. Selbständige und Beamte zählen nicht mit. Für Ausländer nimmt die BA als Bezugsgröße die Rohdaten des Ausländerzentralregisters (AZR). Diese liegen methodisch bedingt „deutlich über“ der Bevölkerungsfortschreibung; die Quoten für Ausländer fallen dadurch niedriger aus. Für Deutsche gilt die Bevölkerungsfortschreibung als Bezugsgröße. Sie wird ein Jahr lang festgeschrieben, weshalb die Quote der Deutschen am aktuellen Rand laut BA „tendenziell als zu niedrig ausgewiesen“ wird [1] [2] [6]. Die Quote unterscheidet nicht nach Aufenthaltsdauer. Wenn viele Menschen neu zuziehen, die anfangs noch nicht arbeiten dürfen (Asylbewerber haben in den ersten drei bis sechs Monaten ein Beschäftigungsverbot), sinkt sie kurzfristig, ohne dass sich die Lage der schon länger Anwesenden verschlechtert [1].
Für Staatsangehörigkeitsgruppen berechnet die BA die Arbeitslosenquote als Arbeitslose geteilt durch (Arbeitslose + sozialversicherungspflichtig + ausschließlich geringfügig Beschäftigte). Selbständige, Beamte und Grenzpendler fehlen im Nenner. Laut BA ist das Niveau dadurch „überzeichnet“, die Quote liegt also höher als die amtliche Standard-Arbeitslosenquote [1] [2]. Die Erwerbslosenquote von Mikrozensus und Eurostat folgt einem anderen Konzept (ILO) und ist mit der BA-Quote nicht vergleichbar.
Asylherkunftsländer (TOP 8): Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia, Syrien. Das sind die nichteuropäischen Länder mit den meisten Asylerstanträgen von 2012 bis Anfang 2015. Die Gruppe bleibt der Vergleichbarkeit halber unverändert [5]. Nicht alle Personen dieser Staatsangehörigkeiten sind Geflüchtete, und Geflüchtete aus anderen Staaten fehlen in der Gruppe. EU-Osterweiterung (EU 11): Bulgarien, Estland, Kroatien, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn. GIPS: Griechenland, Italien, Portugal, Spanien. Westbalkan: Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien. Drittstaaten: alle Staaten außerhalb der EU; die BA-Tabellen zählen zum Teil EWR und Schweiz zur Vergleichsgruppe [1].
Die jüngsten Beschäftigungszahlen der BA sind hochgerechnet und werden erst nach sechs Monaten endgültig. Quoten am aktuellen Rand werden ebenfalls noch revidiert [1] [2]. Die hier gezeigten Werte stammen aus dem Migrationsmonitor mit Berichtsmonat August 2026. In der Eurostat-Zeitreihe gibt es für Deutschland 2020 und 2021 Zeitreihenbrüche [13]. Die Mikrozensus-Ergebnisse sind ab 2021 auf Basis des Zensus 2022 hochgerechnet, und die Kategorie Einwanderungsgeschichte gibt es erst seit 2021 [8]. Weitere interaktive Auswertungen bietet die BA auf ihrer Seite „Migration, Zuwanderung, Flucht“ [7].
Beschäftigte nach Staatsangehörigkeit
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit ausländischer Staatsangehörigkeit ist von 1,89 Mio. (Juni 2010) auf 6,02 Mio. (Juni 2026, hochgerechnet) gestiegen. Die Zahl deutscher Beschäftigter sank im Vorjahresvergleich um 257.609 auf 28,79 Mio. [1]. Laut BA stieg die ausländische Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter von 2014 bis 2024 um 3,41 Mio. auf 9,53 Mio.; die der Deutschen sank um 3,88 Mio. auf 43,42 Mio. Vom Beschäftigungswachstum zwischen Juni 2014 und Juni 2025 entfielen 43 % auf Drittstaatsangehörige, 26 % auf Staatsangehörige aus EWR und Schweiz und 32 % auf Deutsche [6].
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte nach Staatsangehörigkeit, jeweils Juni
| Gruppe | sv.-pflichtig | Veränd. zum Vorjahr | ausschl. geringfügig | Auszubildende |
|---|---|---|---|---|
| Insgesamt | 34.985.555 | −0,1 % | 4.174.639 | 1.621.276 |
| Deutsche | 29.102.069 | −0,9 % | 3.534.670 | 1.343.352 |
| Ausländer | 5.883.471 | +3,8 % | 639.967 | 277.924 |
| EU insgesamt | 2.459.679 | −1,5 % | 201.763 | 49.288 |
| Drittstaaten | 3.408.169 | +8,1 % | 436.423 | 228.362 |
| Westbalkan | 541.773 | +4,0 % | 59.633 | 20.132 |
| Türkei | 584.041 | +0,4 % | 88.812 | 16.242 |
| Asylherkunftsländer (TOP 8) | 692.083 | +10,2 % | 104.852 | 54.381 |
| Ukraine | 320.186 | +30,0 % | 52.489 | 20.628 |
| Indien | 183.019 | +14,4 % | 11.265 | 12.423 |
| Beschäftigte am Arbeitsort; Stichtag 31.12.2025. Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Beschäftigte nach Staatsangehörigkeiten (Quartalszahlen) [3] | ||||
Beschäftigungsquoten im Zeitverlauf
Die Beschäftigungsquote der Ausländer ist von 47,7 % (Juni 2015) auf 58,7 % (Juni 2026) gestiegen. Bei Staatsangehörigen der Asylherkunftsländer fiel sie 2016 auf 14,6 %, weil viele Menschen neu zugezogen waren. Seitdem ist sie auf 52,1 % gestiegen. Bei der Ukraine fiel sie nach Kriegsbeginn 2022 von 52,3 % auf 17,7 % und liegt jetzt bei 39,7 % [1].
Beschäftigungsquote (inkl. ausschließlich geringfügig Beschäftigter) nach Staatsangehörigkeit, jeweils Juni (in %)
| Staatsangehörigkeit | Beschäftigungsquote 06/2015 | Beschäftigungsquote 06/2026 | Arbeitslosenquote 06/2026 | ELB-Quote 05/2026 |
|---|---|---|---|---|
| Deutsche | 66,1 | 69,9 | 5,9 | 4,6 |
| Ausländer insgesamt | 47,7 | 58,7 | 14,2 | 16,2 |
| EU-Osterweiterung (EU 11) | 56,9 | 67,7 | 8,8 | 8,0 |
| GIPS-Staaten | 55,8 | 62,2 | 9,6 | 7,4 |
| Westbalkan | 43,7 | 67,6 | 9,9 | 9,6 |
| Türkei | 51,2 | 56,4 | 15,3 | 14,0 |
| Syrien | 13,8 | 49,5 | 29,4 | 43,6 |
| Afghanistan | 30,0 | 48,7 | 27,8 | 41,0 |
| Irak | – | 50,4 | 23,9 | 32,2 |
| Iran | – | 66,0 | 15,9 | 16,4 |
| Eritrea | – | 62,3 | 17,3 | 22,6 |
| Rumänien | – | 77,1 | 6,8 | 6,6 |
| Polen | – | 64,7 | 7,8 | 5,8 |
| Bulgarien | – | 57,1 | 18,9 | 21,5 |
| Albanien | – | 85,1 | 5,4 | 4,4 |
| Ukraine | 44,1 | 39,7 | 33,7 | 47,6 |
| – = hier nicht ausgewiesen (vollständige Zeitreihen in daten.md). Werte 2026 vorläufig. Quelle: BA, Migrationsmonitor, Tabelle 1.3 und Rohdaten [1] | ||||
Beschäftigung nach Aufenthaltsdauer
Die BA-Quoten mischen alle Zuzugsjahrgänge. Wie sich die Beschäftigung mit der Aufenthaltsdauer entwickelt, zeigen Befragungen des IAB, die mit Sozialversicherungsdaten verknüpft sind. Von den 2015 zugezogenen Schutzsuchenden (18–64 Jahre) waren neun Jahre nach Ankunft 64 % abhängig beschäftigt, in der Gesamtbevölkerung 70 % (4. Quartal 2024). Männer kamen auf 76 %, Frauen auf 35 %. 66 % der beschäftigten geflüchteten Frauen arbeiten in Teilzeit [19]. Von den ukrainischen Geflüchteten, die 2022 eingereist sind, waren nach 42 Monaten 50 % beschäftigt. Die 2015 Zugezogenen hatten diesen Wert erst nach rund sechs Jahren erreicht [20].
Beschäftigungsquote Geflüchteter nach Jahren seit Ankunft (in %)
| Aufenthaltsdauer | EU-27 Frauen | EU-27 Männer | Naher/Mittl. Osten Frauen | Naher/Mittl. Osten Männer | Afrika Frauen | Afrika Männer |
|---|---|---|---|---|---|---|
| unter 5 Jahre | 73,0 | 89,3 | 27,7 | 56,9 | 47,4 | 78,6 |
| 5 bis unter 10 | 76,4 | 89,5 | 37,3 | 70,4 | 47,0 | 85,1 |
| 10 bis unter 15 | 77,4 | 89,6 | 39,6 | 75,3 | 54,9 | 81,9 |
| 15 bis unter 20 | 77,4 | 87,2 | 67,9 | 85,7 | 69,6 | 84,0 |
| 20 bis unter 25 | 82,1 | 86,8 | 79,2 | 86,8 | 68,0 | 82,1 |
| Mikrozensus 2025, Erstergebnisse; auf eine Nachkommastelle gerundet (berechnet). Querschnitt, keine Verlaufsbeobachtung derselben Personen. Quelle: Destatis [10] | ||||||
Frauen und Männer
Unter den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus den Asylherkunftsländern waren im Dezember 2025 19,2 % Frauen (Juni 2020: 13,5 %), bei ukrainischen Staatsangehörigen 55,7 % und bei Deutschen 48,4 % (berechnet) [1]. In der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter sind 38,7 % der Staatsangehörigen der TOP-8-Länder Frauen, bei der Ukraine 58,7 % (Juli 2026) [5].
| Kennzahl | Männer | Frauen | Stand |
|---|---|---|---|
| Beschäftigungsquote Asylherkunftsländer (TOP 8), BA [5] | 63,0 | 29,4 | 02/2026 |
| Beschäftigungsquote Ukraine, BA [5] | 38,7 | 36,3 | 02/2026 |
| 2015 zugezogene Schutzsuchende, 9 Jahre nach Ankunft, IAB [19] | 76 | 35 | 2024 |
| Erwerbstätigenquote mit Einwanderungsgeschichte (15–64), Mikrozensus, berechnet [8] | 75,6 | 63,3 | 2025 |
| Erwerbstätigenquote ohne Einwanderungsgeschichte (15–64), Mikrozensus, berechnet [8] | 82,9 | 79,3 | 2025 |
| Erwerbstätigenquote Nicht-EU-Staatsangehörige in DE (20–64), Eurostat [13] | 73,8 | 51,8 | 2025 |
| Unterschiedliche Konzepte und Altersabgrenzungen – Zeilen nicht untereinander vergleichen. | |||
Anforderungsniveau und Berufsabschluss
Ausländische Beschäftigte arbeiten häufiger auf Helferniveau als deutsche: im Dezember 2025 36,6 % gegenüber 12,5 %, bei Staatsangehörigen der Asylherkunftsländer 47,8 % (berechnet) [1]. Von den Arbeitsuchenden aus den TOP-8-Ländern suchten im August 2026 70 % eine Stelle auf Helferniveau, von den ukrainischen 58 % [5]. In Engpassberufen (qualifizierte Tätigkeiten laut Fachkräfteengpassanalyse 2024) stieg der Ausländeranteil von 7 % (2014) auf rund 14 % (Juni 2025). Von den qualifiziert Beschäftigten aus Drittstaaten arbeiteten 35 % in einem Engpassberuf, bei Deutschen 31 % [6].
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte nach Anforderungsniveau der Tätigkeit, Dezember 2025 (Anteile in %)
| Gruppe | ohne Berufsabschluss | anerkannter Berufsabschluss | akademisch | keine Angabe |
|---|---|---|---|---|
| Deutsche | 8,1 | 65,1 | 21,9 | 4,9 |
| Ausländer | 23,3 | 31,6 | 19,9 | 25,2 |
| Drittstaaten | 25,5 | 26,7 | 23,0 | 24,8 |
| Asylherkunftsländer (TOP 8) | 41,7 | 18,3 | 14,8 | 25,2 |
| Ukraine | 15,3 | 19,7 | 22,8 | 42,2 |
| Ohne Auszubildende. Der hohe Anteil „keine Angabe“ bei Ausländern schränkt die Aussagekraft ein. Quelle: BA, Migrationsmonitor, Tabelle 2.3 [1] | ||||
Branchen
Im Dezember 2025 hatten 16,8 % aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten eine ausländische Staatsangehörigkeit. In der Arbeitnehmerüberlassung war es gut die Hälfte, im Gastgewerbe 44,9 %, in Verkehr und Lagerei (u. a. Logistik) 29,8 % und im Baugewerbe 22,7 %. Im Gesundheitswesen stieg die Zahl ausländischer Beschäftigter binnen eines Jahres um 36.578, in Heimen und im Sozialwesen (u. a. Pflegeheime) um 44.054. Im Verarbeitenden Gewerbe sank die Zahl deutscher Beschäftigter um 181.148, die der ausländischen stieg um 4.544 [3].
Anteil ausländischer Beschäftigter nach Wirtschaftszweigen, 31.12.2025 (in %)
Löhne
Das mittlere Bruttomonatsentgelt (Median) sozialversicherungspflichtiger Vollzeitbeschäftigter lag im Dezember 2025 bei 4.217 €. Deutsche kamen auf 4.396 €, Ausländer auf 3.358 €. Unter der Schwelle des unteren Entgeltbereichs von 2.811 € (zwei Drittel des Medians aller) lagen 12,3 % der deutschen und 30,6 % der ausländischen Vollzeitbeschäftigten, bei den Asylherkunftsländern 45,0 % und bei der Ukraine 49,3 %. Die Unterschiede hängen auch mit Anforderungsniveau, Branche, Alter und Berufserfahrung zusammen. Auf gleichem Niveau fallen sie kleiner aus: Auf Expertenniveau erreichen Deutsche im Median 6.623 € und Ausländer 6.108 € [3].
Medianentgelt Vollzeitbeschäftigter nach Staatsangehörigkeit, 31.12.2025 (Euro brutto pro Monat)
| Gruppe | Helfer | Fachkraft | Spezialist | Experte |
|---|---|---|---|---|
| Deutsche | 3.200 | 4.009 | 5.240 | 6.623 |
| Ausländer | 2.796 | 3.363 | 4.806 | 6.108 |
| Asylherkunftsländer (TOP 8) | 2.667 | 3.019 | 4.045 | 5.460 |
| Ukraine | 2.593 | 2.899 | 3.499 | 5.214 |
| Werte auf ganze Euro gerundet. Quelle: BA, Tabelle 7 [3] | ||||
Arbeitslosigkeit
Die Arbeitslosenquote der Ausländer (eingeschränkte Bezugsgröße) lag im Juni 2026 bei 14,2 %, die der Deutschen bei 5,9 %. Bei den Asylherkunftsländern sank sie vom Höchststand 52,1 % (Juni 2016) auf 25,2 %. Bei der Ukraine stieg sie nach dem Zuzug 2022 auf 54,0 % und ist seitdem auf 33,7 % gesunken [1].
Arbeitslosenquote mit eingeschränkter Bezugsgröße, jeweils Juni (in %)
Grundsicherung (Bürgergeld)
Im Mai 2026 bezogen 3,81 Mio. erwerbsfähige Leistungsberechtigte (ELB) Grundsicherung nach dem SGB II. 1,75 Mio. davon hatten eine ausländische Staatsangehörigkeit, das sind 46,0 % (berechnet). Die ELB-Quote, also der Anteil an der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter, lag bei Deutschen bei 4,6 %, bei Ausländern bei 16,2 %, bei den Asylherkunftsländern bei 35,6 % und bei der Ukraine bei 47,6 % [1]. Asylbewerber erhalten während des Verfahrens Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz und zählen nicht zu den ELB. Ukrainische Geflüchtete können seit dem 1. Juni 2022 Leistungen nach dem SGB II erhalten [1] [22].
ELB-Quote nach Staatsangehörigkeit, jeweils Mai (in %)
| Jahr | Insgesamt | Deutsche | Ausländer | Asylherkunftsländer | Ukraine |
|---|---|---|---|---|---|
| 2015 | 4.376.241 | 3.268.083 | 1.108.057 | 172.668 | 24.026 |
| 2019 | 3.952.521 | 2.491.524 | 1.460.892 | 646.035 | 17.954 |
| 2022 | 3.515.835 | 2.175.601 | 1.340.211 | 572.365 | 14.960 |
| 2023 | 3.938.782 | 2.107.402 | 1.831.346 | 594.576 | 483.287 |
| 2026 | 3.806.132 | 2.056.171 | 1.749.928 | 553.483 | 474.534 |
| Ausländergruppen gerundet (Schätzwerte der Quelle mit Nachkommastellen). Quelle: BA, Migrationsmonitor [1] | |||||
| Status | Deutsche | Ausländer | Asylherkunftsländer | Ukraine |
|---|---|---|---|---|
| ELB insgesamt | 2.059.706 | 1.762.450 | 558.843 | 478.144 |
| davon arbeitslos | 1.025.231 | 744.135 | 220.701 | 183.397 |
| in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (u. a. Integrations-/Sprachkurse) | 146.611 | 299.713 | 97.400 | 136.733 |
| Schule, Studium, ungeförderte Ausbildung | 203.070 | 217.742 | 93.480 | 69.567 |
| Erziehung, Haushalt, Pflege | 118.452 | 134.412 | 47.628 | 22.453 |
| Arbeitsunfähigkeit | 181.392 | 72.936 | 14.033 | 9.063 |
| erwerbstätig („Aufstocker“, überschneidend) | 387.028 | 381.866 | 120.332 | 86.238 |
| Auswahl von Kategorien. Erwerbstätige ELB können auch arbeitslos gemeldet sein (z. B. Minijob). Quelle: BA, Migrationsmonitor, Tabellen 4.4 und 4.5 [1] | ||||
Ukraine-Geflüchtete und „Job-Turbo“
Die Zahl der Menschen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit in Deutschland ist von Februar 2022 bis Dezember 2025 um 1,3 Mio. auf rund 1,4 Mio. gestiegen. 985.000 davon waren im erwerbsfähigen Alter, 585.000 davon Frauen. Laut BA erfolgte seit Februar 2022 mehr als die Hälfte der Beschäftigungsaufnahmen in einem qualifizierten Beruf [22]. Im Juni 2026 waren 406.200 Ukrainerinnen und Ukrainer beschäftigt, 349.700 davon sozialversicherungspflichtig (hochgerechnet). Das sind 340.753 mehr als bei Kriegsbeginn [5].
| darunter | Ukraine | Anteil | Asylherkunftsländer | Anteil |
|---|---|---|---|---|
| Gemeldete insgesamt | 503.998 | 100 % | 636.925 | 100 % |
| arbeitslos | 213.254 | 42,3 % | 277.917 | 43,6 % |
| im Integrationskurs | 59.115 | 11,7 % | 34.005 | 5,3 % |
| (Ausbildung,) Bildung, Schule | 63.952 | 12,7 % | 87.367 | 13,7 % |
| ungeförderte Erwerbstätigkeit | 51.716 | 10,3 % | 83.351 | 13,1 % |
| Auswahl von Kategorien. Quelle: BA, Faktenblatt Asylherkunftsländer (TOP 8) und Ukraine, Stand August 2026 [5] | ||||
Den „Job-Turbo“ haben Bundesarbeitsministerium und BA im Oktober 2023 gestartet. Jobcenter laden Geflüchtete nach dem Integrationskurs regelmäßig ein und halten engeren Kontakt. Vermittelt wird „grundsätzlich ab Sprachniveau B1 oder A2“, Sprachkurse und Qualifizierung laufen neben der Beschäftigung weiter [21]. Eine amtliche Wirkungsmessung speziell für den Job-Turbo fließt hier nicht ein. Die Entwicklung lässt sich an den Beschäftigungszahlen ablesen, ohne dass sie ursächlich dem Programm zugeordnet werden kann.
Erwerbsmigration aus Drittstaaten
2024 erteilten die Ausländerbehörden 120.195 Aufenthaltserlaubnisse zum Zweck der Erwerbstätigkeit erstmals, 42.620 davon als Blaue Karte EU für akademische Fachkräfte. Laut BAMF sind die Zahlen für 2024 „nicht direkt“ mit 2023 vergleichbar, weil Visa zu Erwerbszwecken seit dem zweiten Halbjahr 2023 für bis zu ein Jahr ausgestellt werden. Die Inhaberinnen und Inhaber tauchen dadurch später in der Inlandsstatistik auf. Häufigstes Herkunftsland bei Neuzuwanderung 2024 war Indien (10,7 %); der Westbalkan kam zusammen auf 28 %. Ende 2024 lebten 588.205 Drittstaatsangehörige mit einem Aufenthaltstitel zur Erwerbsmigration in Deutschland (Ende 2021: 383.277) [17]. Im ersten Halbjahr 2025 lagen die Ersterteilungen ohne vorherigen Titel um 19,4 % über dem Vorjahreszeitraum [18]. Ende 2025 zählte Destatis 471.000 Personen mit befristeter Aufenthaltserlaubnis zur Erwerbstätigkeit, die meisten aus Indien (62.000) [10].
Ersterteilte Aufenthaltserlaubnisse zur Erwerbstätigkeit nach Rechtsgrundlage
| Aufenthaltsstatus | Drittstaaten insg. | Asylherkunftsländer | Ukraine | Westbalkan |
|---|---|---|---|---|
| Insgesamt | 3.402.386 | 686.456 | 325.498 | 541.550 |
| darunter im Kontext von Fluchtmigration | 700.521 | 337.389 | 234.762 | 11.941 |
| Aufenthaltserlaubnis zur Erwerbstätigkeit | 326.074 | 24.344 | 10.425 | 101.932 |
| darunter Blaue Karte EU | 94.774 | 11.175 | 3.392 | 3.030 |
| Niederlassungserlaubnis (unbefristet) | 1.049.371 | 128.627 | 23.620 | 195.907 |
| Weitere Status (Familie, Ausbildung, Gestattung 107.829, Duldung 8.961, keine Angabe 695.037) nicht einzeln gezeigt. Quelle: BA, Beschäftigte aus Drittstaaten nach dem Aufenthaltsstatus [4] | ||||
Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse
2025 wurden 86.619 Anerkennungsverfahren positiv beschieden, 3.156 negativ. Die Zahl der positiven Bescheide hat sich seit 2016 mehr als verdreifacht. Die häufigsten Referenzberufe waren Pflegefachfrau/-mann (32.016; 37 %), Arzt/Ärztin (13.860; 16 %) und Ingenieur/in (4.620). Die meisten Abschlüsse stammten aus der Türkei (9.771), der Ukraine (8.316), Syrien (6.144), Indien (5.418) und Tunesien (5.403) [11] [12].
Anerkennungsverfahren: positive Bescheide und Neuanträge
Sprache: Integrations- und Berufssprachkurse
2025 begannen 307.030 Personen neu einen Integrationskurs (2023: 363.478), die meisten aus der Ukraine (92.518), Syrien (47.964) und Afghanistan (22.526). Beim Deutsch-Test für Zuwanderer erreichten 2025 55,0 % das Niveau B1 (2015: 69,9 %) [15]. Berufsbezogene Sprachkurse begannen 2024 190.541 Personen (2022: 110.208) [16].
Neue Teilnehmende an Integrationskursen
| Jahr | 2015 | 2017 | 2019 | 2021 | 2023 | 2024 | 2025 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| B1 erreicht | 69,9 | 58,6 | 50,6 | 60,2 | 55,9 | 56,3 | 55,0 |
| Alle Kursarten, inkl. Alphabetisierungskurse (Ziel dort A2). Quelle: BAMF [15] | |||||||
Regionaler Vergleich
Der Anteil ausländischer Beschäftigter lag im Februar 2026 in Westdeutschland bei 17,7 %, in Ostdeutschland bei 13,4 % (berechnet). Die Arbeitslosenquoten liegen im Osten für alle Gruppen höher [1]. Laut BA ging der Beschäftigungszuwachs 2014–2025 in vielen ostdeutschen Regionen „fast ausschließlich“ auf ausländische Staatsangehörige zurück [6].
| Region | Deutsche | Ausländer | EU | Drittstaaten | Asyl TOP 8 | Ukraine |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Westdeutschland | 5,6 | 14,5 | 9,4 | 17,6 | 26,2 | 35,9 |
| Ostdeutschland | 8,0 | 19,7 | 13,4 | 22,5 | 29,6 | 41,4 |
| Baden-Württemberg | 4,2 | 10,9 | 7,3 | 13,7 | 21,9 | 35,1 |
| Bayern | 4,1 | 9,7 | 6,9 | 11,9 | 19,4 | 30,1 |
| Berlin | 10,2 | 19,2 | 17,6 | 20,0 | 29,5 | 36,6 |
| Brandenburg | 6,9 | 18,6 | 8,5 | 23,7 | 31,8 | 39,1 |
| Bremen | 9,9 | 22,9 | 14,3 | 25,9 | 34,2 | 42,4 |
| Hamburg | 7,7 | 17,2 | 11,7 | 19,5 | 27,3 | 39,3 |
| Hessen | 5,0 | 14,4 | 9,4 | 17,4 | 27,4 | 39,9 |
| Mecklenburg-Vorpommern | 8,9 | 21,7 | 10,5 | 26,8 | 30,5 | 43,1 |
| Niedersachsen | 5,8 | 17,0 | 9,4 | 21,3 | 28,7 | 35,1 |
| Nordrhein-Westfalen | 7,1 | 18,8 | 13,5 | 21,2 | 29,0 | 38,4 |
| Rheinland-Pfalz | 5,6 | 14,4 | 9,5 | 17,7 | 26,2 | 32,3 |
| Saarland | 6,9 | 19,9 | 13,7 | 23,2 | 28,9 | 41,5 |
| Sachsen | 7,1 | 22,1 | 12,1 | 26,3 | 30,8 | 47,6 |
| Sachsen-Anhalt | 8,4 | 20,6 | 9,6 | 25,2 | 30,3 | 42,1 |
| Schleswig-Holstein | 5,9 | 17,9 | 10,6 | 21,2 | 25,7 | 41,2 |
| Thüringen | 6,8 | 17,0 | 7,8 | 21,7 | 24,3 | 39,8 |
| Endgültige Werte (6 Monate Wartezeit). Quelle: BA, Migrationsmonitor West-, Ostdeutschland und Länder, Berichtsmonat 08/2026 [1] | ||||||
Erwerbstätigkeit nach Einwanderungsgeschichte (Mikrozensus)
Der Mikrozensus erfasst auch Eingebürgerte und in Deutschland geborene Kinder zweier Eingewanderter („Nachkommen“). 2025 hatten 21,8 Mio. Menschen eine Einwanderungsgeschichte, 26,3 % der Bevölkerung in Privathaushalten [9]. Von den 25- bis 34-jährigen Eingewanderten hatten 36 % keinen beruflichen Abschluss und waren nicht in Bildung (Gesamtbevölkerung dieses Alters: 17 %), 33 % hatten einen akademischen Abschluss (insgesamt: 34 %) [9].
| Gruppe | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
|---|---|---|---|---|---|
| Insgesamt | 75,8 | 77,0 | 77,3 | 77,3 | 77,2 |
| mit Einwanderungsgeschichte | 67,8 | 69,4 | 69,5 | 69,6 | 69,6 |
| – Eingewanderte | 68,5 | 70,0 | 69,7 | 69,6 | 69,5 |
| – Nachkommen | 64,8 | 66,7 | 68,9 | 69,8 | 69,9 |
| ohne Einwanderungsgeschichte | 79,1 | 80,3 | 80,9 | 81,1 | 81,1 |
| Erwerbslosenquote mit Einwanderungsgeschichte | 6,3 | 5,4 | 5,3 | 6,1 | 6,8 |
| Erwerbslosenquote ohne Einwanderungsgeschichte | 2,7 | 2,3 | 2,2 | 2,3 | 2,6 |
| Eigene Berechnung aus Absolutwerten (Tab. 12211-31); Gegenprobe: Zeile „Insgesamt“ entspricht der amtlichen Erwerbstätigenquote. 2025 Erstergebnis. Quelle: Destatis, Mikrozensus [8] | |||||
EU-Vergleich
2025 waren in Deutschland laut EU-Arbeitskräfteerhebung 63,2 % der 20- bis 64-jährigen Nicht-EU-Staatsangehörigen erwerbstätig. Der EU-Durchschnitt lag bei 65,0 %. Der Abstand zu den eigenen Staatsangehörigen (83,8 %) ist in Deutschland größer als im EU-Schnitt (77,0 %). Die Arbeitslosenquote der Nicht-EU-Staatsangehörigen betrug in Deutschland 10,6 %, in der EU 12,3 % [13] [14].
Erwerbstätigenquote 20–64 Jahre nach Staatsangehörigkeit, 2025 (in %)
Deutschland: Erwerbstätigenquote 20–64 nach Staatsangehörigkeit 2014–2025 (in %)
Quellen
- Migrationsmonitor, Berichtsmonat August 2026 (Deutschland, West-/Ostdeutschland, Länder; XLSX). Statistik der Bundesagentur für Arbeit. statistik.arbeitsagentur.de – Migrationsmonitor Abgerufen am 26.09.2026
- Methodenbericht: Ergänzende Arbeitslosen-, Beschäftigungs- und Hilfequoten für Ausländer (März 2016). Statistik der Bundesagentur für Arbeit. PDF Abgerufen am 26.09.2026
- Beschäftigte nach Staatsangehörigkeiten (Quartalszahlen), Stichtag 31.12.2025 (inkl. Wirtschaftszweige und Entgelte). Statistik der Bundesagentur für Arbeit. XLSX Abgerufen am 26.09.2026
- Beschäftigte aus Drittstaaten nach dem Aufenthaltsstatus (Monatszahlen), Stichtag 28.02.2026. Statistik der Bundesagentur für Arbeit. XLSX Abgerufen am 26.09.2026
- Faktenblatt: Arbeitsmarktsituation von Staatsangehörigen der Asylherkunftsländer (TOP 8) und Ukraine, Stand August 2026. Statistik der Bundesagentur für Arbeit. PDF Abgerufen am 26.09.2026
- Blickpunkt Arbeitsmarkt: Zunehmende Bedeutung der Zuwanderung für die Beschäftigungsentwicklung (Juni 2026). Statistik der Bundesagentur für Arbeit. PDF Abgerufen am 26.09.2026
- Interaktive Statistiken: Migration, Zuwanderung, Flucht. Statistik der Bundesagentur für Arbeit. statistik.arbeitsagentur.de Abgerufen am 26.09.2026
- Statistische Berichte „Mikrozensus – Bevölkerung nach Einwanderungsgeschichte“ 2021–2024 (Endergebnisse) und 2025 (Erstergebnis), Tab. 12211-31 bis -33. Statistisches Bundesamt (Destatis). XLSX 2025 Abgerufen am 26.09.2026
- Pressemitteilung Nr. 128 vom 13. April 2026 (Einwanderungsgeschichte 2025). Statistisches Bundesamt (Destatis). destatis.de Abgerufen am 26.09.2026
- Im Fokus Fachkräfte: Zuwanderung (u. a. Erwerbstätigenquoten nach Aufenthaltsdauer 2025). Statistisches Bundesamt (Destatis). destatis.de Abgerufen am 26.09.2026
- Statistischer Bericht: Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen 2025 (erschienen 19.08.2026). Statistisches Bundesamt (Destatis). XLSX Abgerufen am 26.09.2026
- Pressemitteilung Nr. 295 vom 19. August 2026: 10 % mehr Anerkennungen ausländischer Berufsabschlüsse 2025. Statistisches Bundesamt (Destatis). destatis.de Abgerufen am 26.09.2026
- Erwerbstätigenquoten nach Geschlecht, Alter und Staatsangehörigkeit (lfsa_ergan). Eurostat. Eurostat-Datenbrowser Abgerufen am 26.09.2026
- Arbeitslosenquoten nach Geschlecht, Alter und Staatsangehörigkeit (lfsa_urgan). Eurostat. Eurostat-Datenbrowser Abgerufen am 26.09.2026
- Bericht zur Integrationskursgeschäftsstatistik für das Jahr 2025 (Abfragestand 01.04.2026), ergänzend Berichte 2023 und 2021. Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). PDF Abgerufen am 26.09.2026
- Bericht zur Statistik der Berufssprachkurse (DeuFöV) für das Jahr 2024. Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). PDF Abgerufen am 26.09.2026
- Monitoring zur Bildungs- und Erwerbsmigration, Jahresbericht 2024 (sowie Jahresberichte 2021–2023). BAMF-Forschungszentrum. PDF Abgerufen am 26.09.2026
- Pressemitteilung 05/2026: Bildungs- und Erwerbsmigration im ersten Halbjahr 2025. Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). bamf.de Abgerufen am 26.09.2026
- IAB-Kurzbericht 17/2025: 10 Jahre Fluchtmigration 2015 – Eine Analyse aus Sicht des Arbeitsmarktes. Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). PDF Abgerufen am 26.09.2026
- IAB-Kurzbericht 3/2026: Deutliche Fortschritte bei der Arbeitsmarktintegration ukrainischer Geflüchteter. Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). PDF Abgerufen am 26.09.2026
- Pressemitteilung vom 18. Oktober 2023: Job-Turbo zur Arbeitsmarktintegration. Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). bmas.de Abgerufen am 26.09.2026
- Arbeitsmarkt kompakt: Auswirkungen der Fluchtmigration aus der Ukraine auf den Arbeitsmarkt und die Grundsicherung für Arbeitsuchende (Januar 2026). Statistik der Bundesagentur für Arbeit. PDF Abgerufen am 26.09.2026